LEHRE | STUDIUM

Der VCMBLOG versteht sich als ein Lernlabor für wissenschaftliches Arbeiten in einer sich immer stärker vernetzenden Gesellschaft. Ziel ist es, neben der Anwendung neuer digitaler Techniken auch deren Einsetzbarkeit, Beherrschbarkeit und Wirkung auf das gesamte Leben im Blick zu haben und mit wissenschaftlichen Methoden zu begleiten.

Der VCMBLOG als Lernlabor soll Antworten auf folgende Fragen geben:

  • Wie verändert sich das Kommunikationsverhalten zwischen Lernenden und Lehrenden im Zeitalter von Internet und Digitalisierung?
  • Welche Auswirkungen hat die Erweiterung des digitalen Medienangebots auf Studierende und deren Lernverhalten?
  • Wie lassen sich Social Media erfolgsversprechend in Lehr- und Lernprozesse einbinden?

Der VCMBLOG betrachtet Internet, Social Media, MOOCs oder Educational Apps nicht als Auswüchse digitaler Demenz. Vielmehr werden digitale Medien als Chance für effizientere Lernstrategien und für neue Formen der Lehre angesehen. Auf diese Dimension des Wandels weist ERNST MICHAEL SCHMACHTENBERG, Rektor der RWTH Aachen im Rahmen der Villa-Hügel-Gespräche 2014 hin, als er feststellte: “In den nächsten 5 Jahren werden sich mindestens 50% aller Lehrveranstaltungen verändern müssen”.

Als ein Ansatz veränderter Lernstrategien kann eine stärkere Interaktion zwischen Lehrenden und Lernenden betrachtet werden. So ist ein themen- oder projektspezifischer Austausch zwischen den Lehrenden unterschiedlicher Fakultäten ebenso vorstellbar wie der fachliche Wissenstransfer zwischen Studierenden unterschiedlicher Semester eines Studiengangs oder der Erfahrungsaustausch zwischen aktuellen und ehemaligen Studierenden eines Fach- oder Themengebietes. Noch einen Schritt weiter geht JEREMY RIFKIN, wenn er für die Zukunft eine pädagogische Revolution in einem kollaborativen Wirtschaftssystem voraussagt. So schreibt der international ausgewiesene soziale Vordenker und Bestsellerautor in seinem neuesten Buch „The Zero Marginal Cost Society” (S. 110):

„In the Collaborative Age, students will come to think of knowledge as a shared experience among a community of peers. Students learn together as a cohort in a shared-knowledge community. The teacher acts as a guide, setting up inquiries and allowing students to work in small-group environments. The goal is to stimulate collaborative creativity, the kind young people experience when engaged in many oft the social spaces oft the Internet. The shift from hierarchical power, lodged in the hands oft the teacher, to lateral power, established across a learning community, is tantamount to a revolution in pedagogy.“

Bild 1: Jeremy Rifkin, Autor des Buchs "Zero Marginal Cost Society", Bildquelle: https://danielfindikian.files.wordpress.com/2015/02/zero.jpg
Bild 1: Autor des Buchs “Zero Marginal Cost Society”, Bildquelle: https://danielfindikian.files.wordpress.com/2015/02/zero.jpg

Denkbar wäre es auch, das von JULIAN NIDA-RÜMELIN identifizierte „Spannungsverhältnis zwischen den Erfordernissen des jeweiligen Lehrprogramms eines Studiengangs einerseits und der Verkoppelung eigener Forschung mit den Inhalten eigener Lehre andererseits“ (Julian Nida-Rümelin: Studieren ohne Substanz: Die Verschulung des Geistes, in: Die ZEIT Nr.16 vom 16. April 2015, S. 69) etwas abzufedern, indem Studierende durch eine stärkere Interaktion befähigt werden, am Forschungsprozess zu partizipieren. Die damit verbundene Öffnung eigener Denkwelten setzt allerdings voraus, dass entsprechende Austauschformate auch mit Leben gefüllt werden und für den Lernprozess genutzt werden.

Ein erster Schritt zu einer interaktiven Verknüpfung von Forschung und Lehre soll im Rahmen des VCMBLOG anhand meines Projektes „Wertschöpfungstiefe und Unternehmenserfolg“ erprobt werden. Dieses Projekt ist Gegenstand meiner Forschungshospitation am Forschungsinstitut für Unternehmensführung, Logistik und Produktion bei Univ.-Prof. Dr. Dr. h. c. mult. HORST WILDEMANN an der Technischen Universität München. An dem Vorläufer dieses Instituts habe ich vor knapp 25 Jahren meine intensivste und schönste Forschungs- und Lehrzeit verbringen können. Schon aus diesem Grund möchte ich mich bei meinem verehrten akademischen Lehrer, Herrn Prof. Wildemann, von ganzem Herzen für die Möglichkeit bedanken, das vertraute Spielfeld des Problemlösens wieder und doch neu zu betreten. Manches versteht auch ein Wissenschaftler erst im Rückspiegel.

Eine genaue Beschreibung des Forschungsvorhabens ist unter der VCM-Kategorie „DAS PROJEKT“ zu finden. Hier werden auch regelmäßig Zwischenergebnisse präsentiert und zur Diskussion gestellt.

Gerne lade ich alle Interessierten ein, mich in meinem Forschungsprozess zu begleiten und an meinem Einstieg in einen neuen Weg der Forschungspraxis mitzuwirken. Für Kommentare, Anregungen und Hinweise zur Vertiefung, Ausdifferenzierung und Reflexion meiner Gedanken und Erkenntnisse bin ich sehr dankbar und freue mich auf eine intensiven und wertschöpfenden Diskurs!

Der VCMBLOG versteht sich desweiteren als Plattform für angewandtes und theoriegeleitetes Wissen, indem er

  • aktuelles Wissen zum Thema Value Chain Management aufbereitet
  • Fachleute aus Wissenschaft und Praxis zum gedanklichen Austausch und inhaltlichen Diskurs einlädt
  • Studierenden die Möglichkeit eröffnet, eigene Beiträge und Studienergebnisse zu veröffentlichen

Bei der Aufbereitung und Kommentierung von Wissensinhalten steht die wissenschaftliche Relevanz und die Vertiefung des fachlichen Lehrangebots im Vordergrund. Es wird die Zielsetzung verfolgt, über die Aktualität der Standardliteratur hinaus Neues anders zu präsentieren, neue Ideen und Überlegungen zu diskutieren und innovative Ansätze auf dem Gebiet des Value Chain Management vorzustellen.

Der VCMBLOG geht bewusst neue Wege der Kommunikation in Forschung und Lehre. Im Vordergrund steht ein stärkerer interaktiver Austausch, um Kompetenzen und Methoden der digitalen Ökonomie für eine analoge Welt zu erlangen, zu erproben und kritisch zu reflektieren.

Wie jeder gute Blog lebt auch der VCMBLOG von der Qualität, Vielfalt und Spontanität der Beiträge sowie von einem inspirierend-aufgelockerten Wechselspiel von Posts und Threads. Um diese Art einer digitalen, nachdenklich differenzierten Dialektik und zum konstruktiven Lernen wollen wir uns auf dem VCMBLOG bemühen.

Als Initiator und Moderator betrachte ich mich dafür verantwortlich, dass die Relevanz und Transparenz der Beiträge sichergestellt werden, wissenschaftliche Standards eingehalten werden und die Rechte geistigen Eigentums wertgeschätzt werden. Darüber hinaus gehe ich davon aus, dass sich alle an die ethischen „Grundsätze ordnungsgemäßen Bloggens“ halten werden.

Hierzu habe ich einen interessanten Beitrag in der Süddeutschen Zeitung vom 28.Februar/1.März entdeckt. Unter der vielversprechenden Überschrift „Status, Titel – wer will das noch“ berichtet Alexandra Borchardt auf Seite 27 über den rasanten Aufstieg von JANINA KUGEL, die mit 45 Jahren in den Vorstand der ehrwürdigen Siemens AG berufen worden ist. Ein bemerkenswerter Artikel in vielfacher Hinsicht. Zum einen, weil es in einem hierarchischen Umfeld, in dem so manches DAX-Unternehmen ein Organigramm aufweist, das es im Hinblick auf akademische Titel mit einem Universitätskrankenhaus aufnehmen kann, nahezu undenkbar erscheint, dass die Managementkultur zukünftig ohne Titel und Statussymbolik beflügelt wird. Zum zweiten, weil Janina Kugel als verantwortliche Personalvorstandin die Leitung der Talentakquise von der Zentrale in München nach Asien verlagert hat und zum dritten, weil Janina Kugel den Einführungserfolg eines Art Twitter-Dienstes bei Siemens mit dem Hinweis auf die Einhaltung folgender Regeln begründet:

„Sei ehrlich, sei mutig, sei respektvoll.“

Bei der Erstellung des VCMBLOG haben die Studierenden der Konstanzer BWL Vanessa Beldzik und Andreas Fuchs einen wesentlichen Beitrag geleistet. Hierfür möchte ich mich ausdrücklich bedanken.

Ich lade Sie herzlichst ein, mit mir in Verbindung zu treten und an vielen wertschaffenden Erkenntnissen mitzuwirken! Ganz im Sinne von HUBERT BURDA, einem erfolgreichen Verleger und bewundernswerten Pionier der digitalen Medienkommunikation, der uns mit seinem Aufruf „Connect the Unexpected“ einen Ansporn und Auftrag für unser Lernlabor gegeben hat.

 

MICHAELHADAMITZKY